Claire Darcine

Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
sprichst du nur das Zauberwort.
Joseph von Eichendorff | Deutscher Dichter der Hochromantik 1788 – 1857

Die in Krefeld geborene Künstlerin Claire Darcine spricht in und mit ihrer Kunst, ihren Foto-Objekten ständig diese oben von Joseph von Eichendorff angesprochenen Zauberworte.

Wenn der Mensch ihre Zauberklänge vernimmt, sieht und wirken läßt, wird er wieder singen (können), weil er den Gesang, das Lied in den Dingen wieder hört …

In der alltäglichen Lebenssituation hat er jene Lieder vergessen, gelten sie nicht, sind sie unmöglich oder stören sogar. Nur im Traum sind sie unterschwellig nach wie vor anwesend. Es bedarf des Zauberwortes des Dichters, des Künstlers, Malers, Musikers sich zu erinnern, sie wieder hervorzuzaubern, die Melodien wieder fließen zu lassen und das Leben wieder voller Zauber zu gestalten, eben zu singen.

Claire Darcine ist eine solche Zauberin, welche es vermag, den Menschen, den Betrachter, den Leser ihrer Zauberworte jene ursprüngliche Welt der Stille, der Innigkeit, der kleinen und feinen Begegnungen in und mit der Natur zu offenbaren, nahezubringen, so daß der Mensch diese ursprüngliche Welt wieder erlebt, empfindet, spürt …

Mit Einfühlsamkeit, Begeisterung, Herzlichkeit, Spontanität und Offenheit tritt Claire Darcine jenen Dingen der Welt entgegen, um in ihnen jene so oft vergessenen oder verdrängten Ursprünglichkeiten der Natur zu schauen, diese mit ihrer Kamera festzuhalten.

Sie hat die besondere Qualität, alle ihr innewohnenden Kräfte, Empfindungen, Aufmerksamkeiten, auch technische Möglichkeiten des Materials, Instrumentes zu vereinen, zu ballen, um dann in einer fast lyrischen oder poetischen Dichte jenes wundersame Phänomen zu offenbaren, das den Menschen wieder entzückt, verrückt, wieder zum Singen bringt.

So unterbricht Claire Darcine den Lauf des Alltags, bringt ihn zum Stillstand, um sich und uns in ihrem Werk jene natürliche Einzigartigkeit wieder zurückzugeben, welche uns in der Hetze und im Streß unserer Zeit nicht mehr gegenwärtig, greifbar, singbar ist.  

 

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